Der Dornfelder

Der Dornfelder ist eine frühreifende Rotweinsorte. August Herold erhielt sie 1955 als Neuzüchtung an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg durch Kreuzung der Sorten Helfensteiner und Heroldrebe. Benannt ist sie nach dem Kameralverwalter Immanuel Dornfeld, dem Gründer der Weinbauschule. Sortenschutz und Zulassung durch das deutsche Bundessortenamt erhielt sie 1979 bzw. 1980 und ist 2010 abgelaufen. Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt (21 Hektar, Stand 2018). Die Sorte wurde nach ihrer Farbintensität selektiert und ursprünglich als Deckwein angebaut. Sie sollte als Verschnittpartner anderer roter Rebsorten dem daraus gekelterten Wein mehr Farbe verleihen. In neuerer Zeit wurde der Dornfelder jedoch immer stärker auch sortenrein ausgebaut und ist inzwischen in den unterschiedlichen Qualitätsstufen erhältlich. Gemeinhin gilt der aus Dornfelder gewonnene Wein als harmonisch. Diverse Prämierungen, u. a. bei Weinverkostungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG), deuten darauf hin, dass der Dornfelder seinen Ruf, nur ein einfacher Rotwein zu sein, teilweise zu Unrecht trägt.

Ertrag

Der Ertrag des Dornfelder ist sehr hoch. Zur Erzeugung guter Weinqualitäten ist eine konsequente Ertragsbeschränkung über den Rebschnitt (→Reberziehung) unerlässlich.

Ansprüche

Die Reben sind wenig anspruchsvoll an die Bodenbeschaffenheit. Dornfelder ist empfindlich gegen Frost, Trockenheit und Pilzkrankheiten wie Peronospora. Wegen der dicken Beerenschale und der lockerbeerigen Traube ist der Dornfelder kaum von Rohfäule betroffen. Die Rebsorte ist anfällig für die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii).

Wein

Der Wein aus Dornfelder hat eine schwarzrote Farbausprägung und einen fruchtigen Geschmack. Die Säureausprägung (→ Säure(Wein) ist eher moderat, was säureempfindlichen Verbrauchern entgegenkommt. Mit dem hohen Farbstoffgehalt geht auch ein hoher Gerbstoffanteil einher. Aufgrund seiner Charakteristik eignet er sich auch zum Ausbau in Eichenholzfässern  (Barrique).

Aufgrund der Nachfrage nach farbintensiven Rotweinen hat sich der Dornfelder in Deutschland zu einer Modesorte entwickelt. Zunehmend wird Dornfelder auch weiß gekeltert und als Stilwein zu Schaumwein weiterverarbeitet. Bei kurzer Maischegärung entstehen (häufig liebliche Dornfelder) Rot und Roseweine. In der Pfalz wird der Dornfelder auch zu Federroter ausgebaut.

Verbreitung

Die Sorte Dornfelder hat ihre wesentliche Anbaufläche in Deutschland. In anderen Weinbauländern hat sie keine Anbaubedeutung.

Angegeben werden die Dornfelder-Anbauflächen in ha und deren Anteil (in %) an der gesamten Rebfläche des jeweiligen Weinbaugebiets. Demzufolge besonders beliebt ist der Dornfelder in der Pfalz und in Rheinhessen, dort wächst er auf über 13 % der Rebfläche dieser Weinbaugebiete.

Neuzüchtungen mit Dornfelder

Züchtungen mit dem Dornfelder:Cabernet Dorio, Cabernet Dorsa, Monarch und Acolon.