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Rotwein

Herstellung von Rotwein

Rotwein ist ein aus blauen Weintrauben hergestellter Wein. Neben der Art der verwendeten Trauben unterscheidet er sich auch im Herstellungsprozess vom Weißwein oder Roséwein. Ein Rotwein entsteht durch ….. mehr lesen

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Mazaration oder Digestion. Neben der alkoholischen Gärung des farblosen Safts der Beere werden bestimmte Komponenten aus den festen Bestandteilen der Maische herausgelöst. Die festen Bestandteile der Beerenmaische setzen sich aus der Schale der Beeren, den Kernen sowie eventuell dem Stielgerüst der Traube (die botanisch korrekt eine Rispe ist) zusammen. Beim klassischen Herstellungsprozess von Rotwein erfolgt das Herauslösen der erwünschten Komponenten während der Maischegärung, deren Dauer individuell bestimmt werden kann. Eine andere Methode greift auf die Maischeerhitzung vor der Vergärung zurück.

Woher kommt die Rote Farbe vom Rotwein

Mit Ausnahme der Färbertrauben befinden sich die roten Pigmente ausschließlich in der Beerenschale. Daher ist es möglich, aus roten Rebsorten auch Weißweine herzustellen. Durch die Dauer der Maischegärung wird der Charakter des Weins maßgeblich beeinflusst. Bei kurzer Dauer entstehen fruchtige Weine ohne Potenzial zur Alterung. Bei längerer Maischegärung nimmt der Anteil an herausgelösten Tanninen und Phenolen im Wein stark zu und ermöglicht damit den Ausbau eines großen Lagerweins.

Das intensive Auslaugen der Rotwein Beerenschale erfordert ein besonders gesundes und reifes Lesegut, da zum einen ein langer Maischekontakt den Übergang von Pilzen und anderen unerwünschten Mikroorganismen wie z. B. Essigbakterien in den Wein begünstigt, welche zu Weinfehlern und Weinkrankheiten führen können. Andererseits unterscheidet sich die Zusammensetzung der Tannine zwischen weniger reifem und voll ausgereiftem Lesegut, und es sind vor allem die „reifen Tannine“, die die Qualität und Ausgewogenheit eines Rotweins ausmachen. Da die Beerenreife beim Rotwein sowie das Fernbleiben von Pilzkrankheiten stark vom Klimaverlauf des Weinjahres abhängen, ist die Qualität von Rotwein deutlich jahrgangsabhängiger als die von Weißweinen. Der Anteil von Tanninen und Anthocyanen kann jahrgangsabhängig um 100 %, der Säureanteil um 50 % und das Mosgewicht um bis zu 15–20 % variieren. Anthocyane haben in den Pflanzen unter anderem die Aufgabe, die Rotwein Rebstöcke vor dem starken UV-Licht der Sonne zu schützen, indem sie bestimmte Wellenlängen absorbieren. So wird eine Schädigung der Proteine in der Zelle und der DNS in den Zellkernen verhindert. Die Menge der gebildeten Farbstoffe hängt dabei auch von der Intensität der Strahlung ab, daher bevorzugen Winzer in südlichen Weinbaugebieten rote Rebsorten. Rote Beeren, die nicht zur physiologischen Reife gelangten, ergeben Weine mit grasigem Charakter.

Seit einigen Jahrzehnten wird die malolaktische Gärung, der sogenannte biologische Säureabbau, für eine Vielzahl von Rotweinen bewusst eingeleitet. Die Rotweine werden dadurch im Geschmack runder und weicher. Das Verfahren ist jedoch nicht für jeden Rotwein gleichermaßen geeignet.

Rotwein – Einführung und Überblick

Geschichte des Rotweins

Rotwein ist als Getränk schon seit der Antike bekannt. So verordnete bspw. Hippokrates 400 v. Chr. Rotwein bei Störungen des Herz-Kreislaufsystems. Jedoch war die Herstellung von Wein jedoch schon weit vor den Griechen bekannt. So wurde in der Nähe von Damaskus eine 8000 Jahre alte Pressanlage gefunden, die heute als ältester Beweis für die Weinherstellung in der Geschichte gilt. Auch aus dem Iran und Mesopotamien sind jahrtausendealte Hinweise auf die Weinherstellung bekannt. Im Christentum nekam der Rotwein schon früh eine ganz besondere Bedeutung: Er wird beim Abendmahl als Symbol für das Blut Christi getrunken.

Rotwein Lagerung

Nach der Fasslagerung, die je nach Wein zwischen 1 und 8 Jahren dauern kann, wird der Rotwein in Flaschen abgefüllt. In der Flasche reift der in der Regel bis zu einem bestimmten Wein kontinuierlich weiter und wird dabei immer besser. So kann je nach Wein und Jahrgang ein großer Wein mehrere Jahre und sogar Jahrzente in der Flasche liegen ohne dabei an Qualität zu verlieren sondern ganz im Gegenteil sogar an Charakter und Geschmack zu gewinnen. Allerdings gilt diese Regel nicht für alle Weine. Besonders für den Massenmarkt produzierte Weine erfahren keine Verbesserung bei langer Lagerung.

Wein sollte idealerweise bewegungsarm und liegend in einem dunklen Keller lagern, dessen Temperatur konstant bei 10° bis 13° C liegt und der eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit aufweist. Diese Idealvoraussetzungen bieten heutzutage allerdings nur noch wenige Altbauhäuser, deren Keller weit unter der Erde liegen und die einen Naturboden besitzen. Jedoch hat die Industrie bereits Klimaschränke entwickelt, in denen der Wein von jedermann optimal gelagert werden kann.

Rotwein und Gesundheit

Seit Längerem gilt als gesichert, dass der moderate Genuss von Rotwein förderlich für die Gesundheit ist. Insbesondere Krebs soll dadurch vorgebeugt werden können. Dieser vorbeugende Effekt wird hauptsächlich dem pflanzlichen Antioxidant Resveratrol zugeschrieben, das einen Mechanismus einleitet, an dessen Ende Krebszellen zerstört werden.

Rotweingenuss in Maßen soll auch blutdrucksenkend wirken und der Arterienverkalkung vorbeugen, da der enthaltene Alkohol Venen und Gefäße weitet.

Drei bis vier mal die Woche ein Glas Rotwein wird als optimal wirksame Menge empfohlen. Bei einem weit höheren Konsum verschwindet nicht nur der Nutzeffekt, sondern es steigt sogar das Risiko, an Krebs zu erkranken. Außerdem steigt natürlich mit jedem Glas zusätzlich die Gefahr, an Alkoholismus zu erkranken.

Überblick und Einführung in die Herstellung von Rotwein

Die Herstellung von Rotwein unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von der Herstellung von Weißwein. Wie der Weißwein werden beim Rotwein die Trauben von Stielen und Blättern befreit (‘Abbeeren’ oder ‘Entrappen’). Da der Trauebnsaft aber farblos ist, würde eine einfache Pressung nicht zum gewünschten Ergebnis führen, sondern es gäbe einen leicht rosafarbenen Most, aus dem man ‘nur’ Roséwein gewinnen könnte. Deshalb werden die Rotweintrauben gemahlen (‘eingemaischt’) wodurch ein schmutzig-rosagrauer Brei entsteht. Diese Maische beginnt nach einiger Zeit zu gären. Der aus der Gärung entstehende Alkohol löst den roten Farbstoff aus den Beerenschalen und laugt auch etwas Gerbstoff aus, was bei Rotwein durchaus gewollt ist. Bei der Gärung verwandelt die Hefe den Zucker in Alkohol und Kohlensäure. Wenn die Beeren nicht süß genug waren, dann wird dem Most Zucker zugesetzt. Man spricht vom ‘Anreichern’, ‘Verbessern’ oder ‘Chaptalisieren’ (nach dem frz. Chemiker Jean Antoine Chaptal, dem Erfinder dieser Methode). Diese Methode ist erlaubt, selbst die großen Weine aus dem Bordeaux werden regelmäßig verbessert. Nach der Gärung wird der Wein durch feine Siebe gepresst, wodurch sich der Most von den festen Bestandteilen löst. es entseht der sog. ‘Presswein’. Bei diesem Wein wird durch die Zugabe von Bakterienkulturen die Milchsäuregärung (malolaktische Gärung) eingeleitet. Die Milchsäuregärung dient dazu, die Säure im Wein abzubauen und die Komplexität und Stabilität zu erhöhen. Danach wird der Wein in Fässer abgefüllt. Diese Fässer können große Edelstahltanks mit mehreren Hundert Litern Fassungsvermögen aber auch Eichenholzfässern mit nur 225l Inhalt (sog. ‘Barriques’) sein. In diesen Fässern lagert der Rotwein mehrere Monate oder gar Jahre bis zu seiner vollständigen Reife. In der Anfangszeit der Lagerung wird der Rotwein mehrmals ‘abgestochen’, d.h. er wird vorsichtig ohne Bodensatz in andere Fässer gefüllt. Zum Schluss wird der Wein geschönt und geklärt. Dadurch wird das Aussehen des Weines verbessert, in dem man Schlieren und Trübungen entfernt. Hierzu können verschiedene mechanische oder chemische Mittel eingesetzt werden.. Es folgt die Filtration, die den Wein klar und stabil macht. Schließlich wird der Rotwein in Flaschen abgefüllt, verkorkt, ettiketiert und versandfertig gemacht. Rosé-Wein ist übrigens ein Wein aus roten Trauben, der aber nach der Weißwein-Methode hergestellt wurde. Er enthält nur den wenigen Farbstoff, der in den roten Weintrauben enthalten ist, nicht aber den Farbstoff aus den Schalen der Weintrauben.

Einführung zum deutschen Rotwein

Deutschland ist ein Weißwein-Land. Nur 20% der gesamten Weinbaufläche Deutschlands sind mit Rotwein-Reben bepflanzt. Dies mag einer der Gründe sein, wieso Deutschland eher für seine Weißweine als für seine Rotweine bekannt ist. Ein anderer Grund dafür mag sein, dass sich deutsche Rotweine immer noch schwer tun gegen die vermeintlich übermächtige Konkurrenz aus Frankrei und Italien anzukämpfen und deutsche Rotweine jahrzehntelang in dem Ruf standen, zwar gute Vesper- und Schoppenweine aber ihnen eben die richtige Klasse fehle. Dabei ist der deutsche Rotwein weit besser als sein Ruf und viele Rotweine deutscher Winzer können mühelos mit den großen Rotweinen Frankreichs und Italiens mithalten.

Dies goutieren auch verstärkt Konsumenten und Weinkenner und der Absatz von deutschem Rotwein steigt stetig.

Deutschlands Rotwein Anbaugebiete:

Von diesen 13 deutschen Weinbaugebieten produzieren aber nur 6 Weinbaugebiete Rotwein in nennenswerter Menge oder Qualität, nämlich Ahr,Baden, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen und Württemberg.

Eine Übersicht über die wichtigsten deutschen Rotwein-Sorten finden Sie hier: Wichtige Rotweinsorten Deutschlands.

Wichtige Deutsche Rotweinsorten

Dornfelder:

Sehr farbintensiv, an Waldbeeren (Sauerkirsche, Brombeere, schwarze Johannisbeere) und reifen Holunder erinnerndes Aroma, grüne Paprika, Vanille, Butter

Lemberger:

Farbintensiv, samtig, mit dem Duft von Brombeeren, schwarzen Kirschen und Johannisbeeren, Wacholder und grüner Paprika

Portugieser:

Feinfruchtig mit dezentem Duft von roter Johannisbeeren, Himbeere, Sauerkirsche, Wacholder und schwarzem Pfeffer. verhalten in der Säure

Müllerrrebe:

(Schwarzriesling)

Sehr fruchtig mit zartem Duft von Schattenmorellen, Erdbeeren, Orangen, getrockneten Pflaumen, Rauch und leichtem Bittermandelton

Spätburgunder:

Farbintensiv, eleganter Duft von reifen Waldbeeren (Erdbeere, Brombeere), Veilchen, Leder, Rauch, Vanille, leichtes Mandelaroma

Trollinger:

Hellrot, feinfruchtig, leicht säurebetont, mit dem Aroma von roten Johannisbeeren, Sauerkirschen, Zitronen und grünen Bohnen.

Das Rotwein-Anbaugebiet der Ahr

Das kleine Weinbaugebiet der Ahr liegt relativ weit im Norden Deutschlands in der Gegend um Bad Neuenahr und Ahrweiler. Der Schutz der Eifel, die Enge des Ahrtals, das die Wärme staut und der Zustrom milder Luft vom Neuwieder Becken schaffen ein Klima, welches hervorragende Rotweine gedeihen lässt. Nicht selten werden Beerenauslesen mit Öchslegraden von 130 geerntet.

Im Weinbaugebiet im Ahrtal stehen mehr als 80% Rotweinreben und kein anderes deutsches Weinbaugebiet Deutschlands hat einen so hohen Anteil an Spätburgunder-Reben (mehr als 50%) als das Ahrtal. Als weitere Rotwein-Spezialität der Ahr gilt der blaue Portugieser. Die Weinberge der Ahr werden meistens im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Rotwein aus dem Weinbaugebiet Baden

Baden ist das südlichste Weinbaugebiet Deutschlands und ausdehnungsmäßig längste Weinanbaugebiet. Es reicht von nördlich von Heidelberg bis nach Meersburg am Bodensee. Diese geographische Länge bedingt beträchtliche klimatische und geologische Unterschiede innerhalb des Weinbaugebietes. Baden ist Deutschlands drittgrößtes Anbaugebiet und als einziges Weinanbaugebiet in Deutschland gehört Baden zur EU-Weibau-Zone B, der sonst u.a. auch Norditalien und die meisten Teile Frankreichs angehören.

Obwohl in Baden eher Weißweine, speziell Grauburgunder und Müller-Thurgau, angebaut werden, stellen die badischen Winzer auch exzellente und hochdekorierte Rotweine her, insbesondere Spätburgunder.

Pfälzischer Rotwein

Die Pfalz, welche sich auch 80 km Länge von Worms bis an die Grenze des Elsaß erstreckt, ist Deutschlands größter Weinerzeuger. Gut 25% aller in Deutschland produzierten Weine stammen aus der Pfalz. Dabei bietet die Pfalz für jeden Geschmack und für jedes Budget einen passenden Wein.

Die Pfalz ist eher ein Weißwein-Gebiet. Besonders die Rieslinge und der Müller-Thurgau aus der Pfalz sind hervorragend. Die Pfalz stellt aber auch sehr gute Rotweine her. Insbesondere der samtig-milde Portugieser und der fruchtig-gehaltvolle Spätburgunder aus der Pfalz scheuen keinen Vergleich mit der internationalen Rotwein-Konkurrenz. Neuerdings wird in der Pfalz auch vermehrt auf Dornfelder gesetzt, der einen kräftigen Rotwein ergibt.

Deutscher Rotwein aus dem Rheingau

Der Weinbau im Rheingau ist alt. Schon Karl der Große ließ hier Wein anbauen und vor ihm taten es die alten Römer. Die Benedktinermönche von Johannisberg waren auch die ersten, die den qualitätsverbessernden Effekt der Edelfäule durch den Pilz Botrytis entdeckten und damit ein wesentliches Merkmal der Spätlese fanden.

Das Rheingau ist traditionell Weißwein-Land, insbesondere ist der Riesling aus dem Rheingau weltbekannt. Es werden aber auch im Rheingau Rotwein angebaut, wobei der blaue Spätburgunder besonders hervorzuheben ist.

Rotwein aus Rheinhessen

Rheinhessen ist mit 25.000 Hektar Rebfläche das größte deutsche Weinanbaugebiet. Seine weitläufige Rebflächen bieten eine schier unglaubliche Vielfalt an Böden, Mikroklimazonen und Rebensorten. Trotzdem wird in Rheinhessen hauptsächlich Weißwein angebaut. Rheinhessen besitzt die weltgrößte Silvaner-Fläche.

Die wichtigste Rowteinsorte in Rheinhessen ist der blaue Portugieser, gefolgt vom Dornfelder.

Württembergischer Rotwein

Württemberg ist ein klassisches deutsches Rotwein-Land. Aus dem Schwabenländle stammen die meisten deutschen Rotweine. Typische württembergische Rotweine sind der hellrote Trollinger (in Südtirol wird der Trollinger “Vernatsch” genannt), der kräftige Lemberger (in Österreich “Blaufränkisch”) und der Schwarzriesling (Müllerrebe).

In Württemberg werden auch Weine produziert, die man außerhalb vom ‘Ländle’ kaum kennt. Etwa der ‘Schillerwein’. Ein ‘Schillerwein’ ist ein sog. ‘Rotling’ und wird aus einem Verschnitt von hellen und roten Trauben oder deren Maische hergestellt, die aus dem Anbaugebiet Württemberg stammen und mindestens die Qualitätsbezeichnung QbA haben müssen. Der ‘Schillerwein’ hat seinen Namen entweder vom schwäbischen Dichter Friedrich von Schiller oder weil er so schön im Glas ‘schillert’.

Da man den Schwaben Geiz nachsagt, geben sie von dieser Rotwein-Spezialität nur wenig an Fremde ab sondern genießen ihn lieber selbst.

Winzer

Ohne sie wäre die Rebe nichts: Winzer wissen, wie man Wein macht und was die Rebe braucht, damit der Wein auch gut wird. Dabei sind die Methoden so vielfältig wie die Rebsorten selbst – und die Umgebungen, in denen sie wachsen. Ob Rotwein, Weißwein, Schaumwein oder Rosé – Winzer haben jede Menge Wein-Know-how. Und eine Menge Geschichten zu erzählen. Hier nehmen wir Sie mit in die Tiefen des Weines, öffnen Sie eine Flasche Wein und leisten uns Gesellschaft!

So alt ist Wein

Die Geschichte des Weins ist so alt wie die Menschheit selbst - oder vielleicht sogar noch älter. Schließlich ist hier die Rede vom “Getränk der Götter”. Sowohl die Römer als auch die Griechen hatten mit Bacchus und Dionysos Götter des Weins, denen sie huldigten.

Auch in anderen Kulturen finden sich mit schöner Regelmäßigkeit Hinweise, dass Wein keine unbedeutende Rolle spielte. Dies lässt sich zum Beispiel daran erkennen, dass Wein häufig als Grabbeigabe verwendet wurde und man ihn symbolisch als im Kampf gegen die Götter vergossenes Blut ansah.

Erste nachgewiesene Spuren von Weinbau

Wo sind sie nun zu finden, die ältesten Hinweise auf den Wein? Die Spurensuche führt in das heutige Syrien. Eine alte Traubenpresse, die sich auf das Jahr 8.000 v. Chr. datieren lässt, ist das älteste Weinrelikt überhaupt. Am Rand des Kaukasus, im heutigen Georgien, konservierten die Menschen den Wein, indem sie ihn in Tongefäßen vergruben. Dies ist nachweislich bereits um 6.000 v. Chr. geschehen. Also wurde bereits vor mehr als 8.000 Jahren aktiv Weinbau betrieben. Somit ist die Weinrebe eine der ältesten Kulturpflanzen die uns heute bekannt sind.

Wein ist viel älter als gedacht

Wilder Wein wächst seit 80 Millionen Jahren. Dies konnte anhand von Fossilienfunden nachgewiesen werden. Die Reben, die heute mit Hingabe überall auf der Welt gezüchtet werden, sind natürlich nicht mehr identisch mit den Urreben. Dazwischen liegt ein langer Ausleseprozess, der schon vor zirka 60 Millionen Jahren seinen Anfang nahm. Das Klima veränderte sich und Eiszeiten löschten Rebsorten aus und brachten neue hervor. Bevor der Mensch dann irgendwann eingriff, hatten bereits Vögel und Säugetiere in den Wäldern ihre Lieblingsreben entdeckt und für eine natürliche Selektion gesorgt.

Der eigentliche Weinbau war erst möglich, nachdem die ersten Menschen sesshaft wurden. Auch in der Jungsteinzeit wurden nachweislich bereits Weinbeeren zur Verarbeitung genutzt. Wie dies genau geschah, ist nicht überliefert. In den Bergen des Iran steht die älteste bekannte Kelteranlage der Menschheit. Diese Kelter dürfte, Schätzungen zur Folge, etwa 7.000 Jahre alt sein. Erstmals wurden Reben im Nahen Osten von Menschenhand kultiviert. Dies fand anscheinend großen Zuspruch, denn der Weinbau breitete sich rasend schnell aus und gelangte vom Irak nach Kreta und Gallien. Minoer, Babylonier und Römer waren bekennende Weintrinker und auch die Germanen züchteten schließlich an Mosel und Rhein ihre ersten Trauben.

Persien ist die Wiege des Weins

Die Wiege des Weins stand im antiken Persien. In Schiraz wurden die besten Weine im Mittleren Osten hergestellt. Mit der heutigen Rebsorte hat die Stadt übrigens nichts gemein. Unweit von Schiraz befand sich mit Persepolis die Hauptstadt Persiens. Hier ist eine berühmte Weinsage angesiedelt, so oder so ähnlich passiert um 2.500 v. Chr.: Der König hatte seine Trauben im Keller eingelagert. Diese begannen irgendwann zu gären. Zunächst wurde davon ausgegangen, das böse Geister die Früchte vergiftet haben. Die Königin kostete davon, getrieben von Selbstmordgedanken auf Grund von Migräne. Als diese sich darauf hin nicht im Jenseits wiederfand, sondern in bester Stimmung und frei von Kopfschmerzen angetroffen wurde, war der Grundstein für die Weinkultur gelegt.

Wein aus dem alten Griechenland

Spätestens seit Udo Jürgens weiß man: Die Griechen lieben ihren Wein. Um 2.000 v. Chr. schaffte es zwar noch kein ähnlicher Song in die Hitparaden, aber die Menschen taten etwas anderes. Sie erhoben den Wein zum Kultgetränk und machten ihren Pflanzengott Dionysos kurzerhand zum Gott des Weines. Rauschende Feste wurden gefeiert, dabei wurde getanzt und tief ins Glas geschaut. Soviel scheint sich dann doch nicht geändert zu haben. Komm, schenk Dir ein!

Auf Kreta begannen die Griechen mit dem Weinbau. Dabei schauten sich die Griechen wohl einiges von den Ägyptern ab, mit denen sie eifrig Handel betrieben. Aus der mykenischen Kultur um 1.500 v. Chr. sind zahlreiche Abbildungen auf Keramikgefäßen erhalten geblieben, die vom Weinbau und der Verarbeitung des Rebsaftes erzählen. Die Griechen tranken ihren Wein mit Wasser vermischt, genauer im Verhältnis 2:5, zwei Teile Wein und fünf Teile Wasser. Mäßigkeit war also angesagt. Nicht umsonst erfand Pythagoras den Becher der Gerechtigkeit. Wer diesen zu üppig befüllte, musste damit leben, dass der komplette Inhalt auslief und damit verlorenging.

Die Griechen gingen nicht nur maßvoll mit ihren Weinen um, sie handelten auch besonders rege damit. Dabei überließen sie nichts dem Zufall. Schon vor 2.400 Jahren gab es auf der Insel Thasos ein Weingesetz. Bis nach Athen wurden die mit Stempeln kenntlich gemachten Amphoren geliefert. Als Pioniere des Weinbaus kümmerten sich die Griechen ausgiebig um ihre Reben, pflanzten die Weinstöcke in parallelen Reihen an und richteten sie nach Sonne und Wind aus. Beste Bedingungen also für den berühmten griechischen Wein, dessen Anbau etwa im 4. Jahrhundert v. Chr. seine Blüte erreichte.

Weinbau im Römischen Reich

Kriegerische Auseinandersetzungen blieben im alten Griechenland nicht aus und das Römische Reich erstarkte. Auch wenn die Römer bereits in Etrurien Wein anbauten, das Wissen der Griechen nahmen sie dankbar an. Bald wurde in beinahe allen römischen Provinzen erfolgreich Wein kultiviert. Bacchus machte Dionysos als Gott des Weines Konkurrenz und auch die Römer gerieten in Feierlaune, wenn sie zum Beispiel beim Frauenfest Bona Dea dem Rebensaft kräftig zusprachen. Auch die Römer mischten ihren Wein mit Wasser. Allerdings konsumierten Sie den Rebensaft nicht als reines Genussmittel, sondern erkannten auch bereits die heilende und stärkende Wirkung des Weins. Die Römer waren es schließlich auch, welche den Weinbau im Rheintal oder in der Wachau etablierten.

Der Wein im Christentum

Wer ist wohl der erste namentlich bekannte Winzer? Richtig, kein Geringerer als Noah. Überhaupt spart das Buch der Bücher nicht mit allerlei Storys über den Wein. Salomo spricht von einer Arznei, die aber auch schnell zum Rauschmittel werden kann. Der Heilige Geist wirkt wie gärender Wein und Jesus sieht das Band zu seinen Nachfolgern wie eine Verbindung zwischen Rebstock und Reben. Selbst das Volk Israel wird mit einem Weinberg verglichen. Durch den Wein spüren die Menschen der Schöpfung Herrlichkeit. Denken wir nur an den Wein zum Abendmahl, welcher das Blut Christi symbolisiert. Geweihter Wein wurde auch im Mittelalter häufig als Sakramentale gebraucht. Die Juden beziehen koscheren Wein in die zur Hochzeit oder dem Pessach-Fest gebräuchlichen Rituale ein.

Der Weinbau in Deutschland

Die Verbreitung des Weinbaus in Deutschland haben wir den Römern zu verdanken. Besonders in den beiden letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt breitete sich der Weinbau rheinaufwärts aus. Zahlreiche Fundstücke können dies bestätigen. Selbst in Xanten wurden Traubenkerne gefunden, die auch am Niederrhein von regem Weinbau zeugen. Die Römer hatten ihr Weinwissen von den Griechen übernommen. Es wurden zahlreiche Schriften über den Weinbau verfasst. Die Römer kannten sich aus mit den verschiedenen Rebsorten, den Einflüssen des Klimas und den Vor- und Nachteilen einzelner Anbaugebiete. Dabei mag es wenig verwundern, dass beinahe alle modernen Kellertechniken ihren Ursprung bei den findigen Römern haben.

Weinbau an der Mosel

Germanen und Römer

Die Germanen hatten in der Antike noch nicht die leiseste Ahnung vom Weinbau. Sie konsumierten aber mit Begeisterung griechischen Wein. Als Cäsar die Gallier schlug, blühte in Frankreich bereits der Weinbau. Die Römer sorgten, dafür, dass nun auch endlich Germanien zum Weinland wurde. Ein Relikt aus dieser Zeit ist das Neumagener Weinschiff. Dabei handelt es sich um das Grabmal eines römischen Weinhändlers. Das Original stammt aus der Zeit um 220 n. Chr. und kann im Rheinischen Landesmuseum in Trier besichtigt werden. Wer an der Mosel seinen Urlaub verbringt, der wird der Römischen Weinstraße folgen können. Die älteste Weinregion Deutschlands hat einiges zu bieten - nicht zuletzt hervorragenden Müller-Thurgau, Spätburgunder oder Dornfelder. Mit den Trauben von einst haben die Weine von heute allerdings nichts mehr gemein.

Der Wein und sein Kaiser

Ein Begriff, wenn nach den Ursprüngen des Weinbaus in Deutschland gesucht wird, ist der “Weinkaiser” Probus. Die Geschichtsbücher erzählen nicht viel über den römischen Kaiser, der Ende des 3. Jahrhunderts gerade einmal sechs Jahre im Amt war. Was ihn jedoch weithin bekannt machte, war ein Auszug aus seiner Biografie “Historia Augusta”. Dort stand zu lesen, dass es allen Galliern, Spaniern und Briten gestattet war, Reben zu besitzen und Wein herzustellen. Ein Freifahrschein für den Weinbau also. In vielen Weinbaugebieten auf der

Alpennordseite gilt Probus bis heute als Pionier des Weinbaus. Der Weinbau ist nachweislich zwar älter, hat allerdings zu Zeiten des Regenten einen deutlichen Aufschwung erfahren. Wer heute aufmerksam durch Bad Godesberg spaziert, kann dort die Probussäule als Denkmal für den Kaiser entdecken.

Die Völkerwanderung und der Weinbau

Die Völkerwanderung brachte den Weinbau in Westeuropa beinahe zum Erliegen. Die Karolinger, allen voran Karl der Große, waren darum bemüht, den Weinbau nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Unter Karl dem Großen wurde wieder großflächig Wein angebaut. Ein großer Verdienst, dass der Wein auch immer besser schmeckte, kommt den Klöstern zu. Hier beschäftigte man sich intensiv mit dem Anbau und feilte an der Weinbereitung. Speyer, Mainz oder Worms geraten erstmals im 8. Jahrhundert als Weinorte ins Gespräch. Die Ottonen förderten nach der Aufsplittung des Fränkischen Reiches den Weinbau auch in Mitteldeutschland. Wein wurde zum Volksgetränk und eigentlich überall angebaut, selbst an der Ostsee gab es damals Weinberge. Heute steht Deutschlands nördlichster Weinberg übrigens auf der Insel Sylt und die jährliche Ausbeute von etwa 500 Flaschen ist schnell vergriffen. Ohne die Arbeit und den Enthusiasmus unserer Vorfahren schmälern zu wollen, die damals servierten Tropfen würden wir wahrscheinlich heute dankend ablehnen, denn wirklich genießbar war der Wein von damals wohl eher nicht.

Missernten im Mittelalter

Im 16. Jahrhundert erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch an Wein in Deutschland seinen Höhepunkt. Der Dreißigjährige Krieg bereitete dem jäh ein Ende, denn in Bayern und im Norden und Osten Deutschlands gab es plötzlich keine Weinberge mehr. Missernten und steigende Preise taten ihr Übriges und dennoch geschah etwas bahnbrechendes, denn am Rhein und seinen Nebenflüssen formten sich in den klimatischen begünstigten Regionen Weinbaugebiete, die bis heute überlebt haben. Auf kleinerer Fläche wurde plötzlich immer besserer Wein angebaut. Die Deutschen wurden wählerischer und achteten verstärkt auf die Qualität und die Herkunft des Rebensaftes.

Das dramatische 19. Jahrhundert

Als die linksrheinischen Gebiete nach Frankreich eingegliedert wurden, erreichte der Qualitätsweinbau eine neue Stufe. Weine wurden nach Russland oder England exportiert. Der Weinbau wurde zur Wissenschaft. Die Auswahl der Rebsorten wurde verbessert und es konnten spürbare Fortschritte gegenüber der Antike erzielt werden. Studienreisende brachten aus Nordamerika nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch Krankheiten und Schädlinge mit. Zuerst richtete der Mehltau katastrophale Schäden an. Ihn lernten die Weinbauern jedoch mit Schwefel zu bekämpfen. Weit heftiger wütete die Reblaus. Befallene Rebstöcke vernichteten tausende Hektar Rebfläche. Jegliche Versuche, gegen die Reblaus anzukommen, blieben erfolglos. Irgendwann fand man heraus, dass nur europäische Reben angegriffen wurden. Um die europäischen Rebsorten zu erhalten, wurden kurzerhand europäische Reiser auf amerikanische Unterlagen gepfropft. Wer heute einen deutschen Wein trinkt, kann beinahe davon ausgehen, dass es sich eigentlich um Reben mit europäischen Früchten und amerikanischen Wurzeln handelt.

Die ersten Winzervereinigungen

Das 20. Jahrhundert stand ganz im Zeichen des Aufbruchs. Winzer wurden in den verschiedenen Lehr- und Forschungsanstalten intensiv geschult. Neue Techniken und Gerätschaften machten die Arbeit im Weinberg einfacher und effizienter. Die Gründung von Winzergenossenschaften sorgte für die Organisation und den besseren Zusammenhalt der Weinbauern. Um die Verbraucher besser vor Fälschungen und Betrug zu schützen, wurden europaweit einheitliche Gesetze erlassen. Die Qualität der Weine verbesserte sich ständig und der weltweite Weinhandel erreichte einen neuen Höhepunkt.

Weinland Deutschland heute

In Deutschland sind etwa 80.000 Winzer aktiv. Auf mehr als 100.000 Hektar werden Reben angebaut. Diese ergeben mehr als neun Millionen Hektoliter Rebensaft pro Jahrgang. Die Deutschen trinken ihren Wein nicht allein. Etwa ein Drittel Weine werden exportiert, vorrangig nach Großbritannien, in die Niederlande oder in die USA. Die meisten Anbauflächen besitzt Rheinland-Pfalz. Ein Großteil der Weinhänge befindet sich in geschützten Lagen unweit der Flüsse. An den nach Süden oder Westen ausgerichteten Steilhängen ist die Sonneneinstrahlung besonders intensiv. Wärme wird gespeichert und kann auch nach Sonnenuntergang noch an die Pflanzen abgegeben werden. Dieses Mikroklima macht den Weinbau in Deutschland erst möglich. Vor besondere Herausforderungen gestellt werden die Winzer bei der Zucht von frühreifenden Sorten. Bei der Frage nach dem größten Weinbauort Deutschlands scheiden sich die Geister. Neustadt an der Weinstraße und Landau in der Pfalz fighten jährlich um diesen Titel. Aus Neustadt an der Weinstraße kommt auch die Deutsche Weinkönigin. Wer noch mehr Informatives und Kurioses über den deutschen Wein erfahren möchte, der besucht das Deutsche Weinbaumuseum in Oppenheim.