Weingut Mohr
Spitzen Weine aus dem Lorch: Warum die Rieslinge aus dem Rheingau so besonders sind
Wer sich auf die Suche nach einem Riesling macht, der Geschichte, Handwerk und Herkunft in jedem Schluck spürbar macht, landet früher oder später beim Weingut Mohr in Lorch am Rhein. Seit 1875 wird hier Wein gemacht – heute in vierter Generation von Jochen Neher und seiner Frau Saynur Sonkaya-Neher. Doch was macht die Weine dieses Rheingauer Familienweinguts tatsächlich so besonders? Die Antwort liegt in der Kombination aus einzigartiger Lage, konsequent ökologischer Arbeitsweise und einer Philosophie, die Tradition und kulturelle Vielfalt miteinander verbindet.
Die Lage: Lorcher Steillagen als natürliches Fundament
Der Rheingau gilt als eine der renommiertesten Weinbauregionen Deutschlands – und innerhalb dieser Region nimmt Lorch eine Sonderstellung ein. Die Weinberge des Weinguts Mohr liegen in steilen Hanglagen mit steinigen, schiefer- und quarzithaltigen Böden. Diese Böden speichern tagsüber die Wärme der Sonne und geben sie in der Nacht langsam wieder ab. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Nähe zum Rhein: Die große Wasserfläche mildert die nächtliche Abkühlung in den Weinbergen zusätzlich ab.
Das Ergebnis ist ein besonderes Mikroklima, das den Trauben eine lange, gleichmäßige Reifezeit ermöglicht. Genau das schmeckt man im Glas: Die Rieslinge aus Lorch gelten als besonders duftig, fruchtig und elegant – ein Charakterprofil, das sich deutlich von Weinen aus flacheren Lagen unterscheidet.
Ökologischer Weinbau als Grundhaltung, nicht als Trend
Seit 2014 ist das Weingut Mohr Mitglied im Ecovin-Verband, dem größten Anbauverband für ökologischen Weinbau in Deutschland. Doch für Jochen Neher ist Bio-Zertifizierung kein Marketinginstrument, sondern die logische Konsequenz einer Grundüberzeugung: dass gute Weine nur entstehen können, wenn man der Natur zuhört, statt sie zu kontrollieren.
Diese Haltung bringt Jochen Neher selbst auf den Punkt:
„Unser Boden erzählt seit Jahrmillionen seine Geschichte. Unsere Reben sind seit Jahrzehnten darin verwurzelt, und wir sind es, die ihnen und der Natur ganz genau zuhören. Für einen einzigartigen Naturgenuss.“
Praktisch bedeutet das: Der Weinbau erfolgt biologisch und vegan nach strengen Richtlinien, ganz ohne tierische Hilfsstoffe bei der Schönung. Zwischen den Rebzeilen wachsen bewusst heimische Kräuter, Blumen und teils sogar selbst angebautes Getreide – eine Biodiversität, die das ökologische Gleichgewicht im Weinberg stärkt und die Reben widerstandsfähiger macht. Geerntet wird ausschließlich von Hand, und zwar erst dann, wenn die Trauben tatsächlich vollreif sind. Dieser Verzicht auf maschinelle Lese und frühe Erntetermine kostet Zeit und Arbeitskraft, zahlt sich aber in der Qualität und Aromadichte der Weine aus.
Die Philosophie: „Tausend und ein Geschmack“
Was das Weingut Mohr von vielen anderen Rheingauer Betrieben unterscheidet, ist seine kulturelle Prägung. Saynur Sonkaya-Neher, gebürtige Türkin, verbindet auf dem Weingut orientalische und rheingauische Genusskultur miteinander – unter dem Motto „Tausend und ein Geschmack“. In der hofeigenen Straußwirtschaft und bei Kochkursen rund um die orientalische Küche wird diese Verbindung von Morgen- und Abendland erlebbar. Die Weine des Guts werden dabei bewusst als Begleiter zu einer Küche gedacht, die Gewürze, Kräuter und Aromenvielfalt in den Mittelpunkt stellt.
Saynur Sonkaya-Neher beschreibt diesen Ansatz so:
„Das komplexe Spiel von Aromen ist meine Welt. In unserem Weingut vereine ich genussvoll das Morgen- und Abendland zu tausend und einem Geschmack.“
Diese Philosophie zeigt sich auch im Sortiment: Neben dem klassischen, im Rheingau dominierenden Riesling finden sich rassige Weißburgunder, kraftvolle Spätburgunder sowie eine Cuvée aus Silvaner, Muskateller und Scheurebe – Rebsorten, die sich hervorragend mit intensiveren, gewürzbetonten Speisen kombinieren lassen. Ergänzt wird das Portfolio durch elegante, nachhaltig produzierte Winzersekte, die regelmäßig zu den besten ihrer Art in Deutschland zählen.
Warum die Weine so gut sind: Drei Faktoren im Zusammenspiel
Zusammengefasst lässt sich die Qualität der Weine des Weinguts Mohr auf drei Faktoren zurückführen, die ineinandergreifen:
- Die Lage – steile, schiefer- und quarzithaltige Böden in Lorch mit optimaler Wärmespeicherung durch die Nähe zum Rhein.
- Die Arbeitsweise – konsequent ökologischer, veganer Anbau mit Ecovin-Zertifizierung, Handlese und Vollreife-Ernte statt früher, maschineller Lese.
- Die Haltung – eine generationenübergreifende Familientradition seit 1875, gepaart mit der kulturellen Offenheit von „Tausend und ein Geschmack“, die den Weinen eine unverwechselbare Identität gibt.
Fazit
Das Weingut Mohr aus Lorch am Rhein zeigt eindrucksvoll, dass herausragende Weinqualität kein Zufall ist, sondern das Ergebnis von Respekt vor der Natur, konsequenter ökologischer Arbeit und einer klaren önologischen Handschrift. Wer einen Rheingauer Riesling sucht, der Terroir, Handwerk und eine besondere kulturelle Geschichte in sich vereint, findet im Weingut Mohr einen Betrieb, der genau das seit vier Generationen lebt.
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