St. Laurent

St. Laurent ist eine hocharomatische Rotweinsorte der Burgunderfamilie.

Abstammung, Herkunft

Die Rebe ist ein natürlicher Burgundersämling.

Der Ursprung der Sorte liegt in Frankreich oder Niederösterreich.

Der St. Laurent wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch den deutschen Apotheker und Weinbaupionier Johann Philipp Bronner aus Frankreich nach Deutschland eingeführt. Von dort aus verbreitete sich die Rebsorte in den Nachbarländern, wo sie in Österreich noch relativ häufig vorkommt. Im Stift Klosterneuburg wurde sie erstmals 1860 ausgepflanzt und verbreitet. Die erste urkundliche Erwähnung des St. Laurent in Österreich stammt aus dem Jahr 1860.

Der Name rührt möglicherweise von der Essreife der ersten Beeren um den Laurenzitag (10. August) her. Dass die Gemeinde Saint-Laurent im Médoc etwas mit der Namensgebung zu tun hat, wird für ausgeschlossen.

Ansprüche

Benötigt gute Lagen mit tiefgründigen, kalkhaltigen, mittelschweren, aber nicht zu schweren und zu ertragreichen Böden.

Ertrag

Der Ertrag ist mittelhoch, aber unsicher.

Verbreitung

Weltweit wird Sankt Laurent auf 3.664 ha kultiviert

Deutschland

Die Rebsorte war in Deutschland lange Zeit Bestandteil des gemischten Satzes im Weinbau, aber seit den 1950er Jahren nahezu ausgestorben. Die restliche Rebfläche soll gerade noch 27 Hektar betragen. Mit der Renaissance des Rotweins dort gegen Ende des 20. Jahrhunderts kam auch diese alte Sorte zu neuen Ehren. In Deutschland wurden im Jahr 2010 657 ha (= 0,7 % der deutschen Rebfläche) mit der Rebsorte St. Laurent bestockt, nachdem im Jahr 2001 nur 185 Hektar erhoben wurden.

Die Rebflächen in Deutschland verteilen sich einzeln im Jahr 2015 wie folgt auf die Anbaugebiete:

Wein

Qualitätsmäßig liegt der St. Laurent zwischen dem anspruchslosen Portugieser und dem hochwertigen Spätburgunder oder Pinot noir. Seine Beeren sind weniger dünnhäutig und damit nicht so anfällig für Öffnungen wie die des Spätburgunders. Der Wein ist von mittlerem Körper und weist einen intensiven Duft nach Waldbeeren und Schwarzkirschen auf.